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Steinpforte

farbiges Glasfenster

mittelalterliche Ausmalung

Orgel von 1834

Zur Baugeschichte der Kirche

Der rechteckige Chor gehört mit der später angefügten Sakristei noch in die Zeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts. Er wurde wahrscheinlich errichtet, nachdem das Kloster Eldena das Dorf übernommen hatte und Patronatsherr in Neuenkirchen geworden war. Das vermauerte Nord-fenster zeigt die ursprünglichen schmalen Fensterformen. Ecklisenen betonen die wohlausgewogenen Maßverhältnisse.

Als ein besonders reizvolles Architekturdetail erweist sich die Mitte der 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts freigelegte Priesterpforte mit ihrem reichen Gewändeprofil aus glasierten und unglasierten Formsteinen.

An der Südseite des Chores ist auch der Dachansatz eines alten Kapellenanbaues, der als „Kinder- oder Taufhaus“ bezeichnet wird, zu erkennen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde dieser Anbau zerstört und etwa 1651 abgebrochen. Pastor Menckhusen, der seinerzeit die Pfarre leitete und die (leider nicht erhaltene) Chronik der Kirche in Neuenkirchen aufschrieb, hat berichtet, dass das „Kindelhaus“ schwer getroffen und der „Wind das Gebälk hin- und hergeführet hat“.

Die hübsche Steinpforte war nur zum Einzug der Priester in die Kirche bestimmt.

Das Kirchenschiff ist - wie auch das Turmuntergeschoss - wahrscheinlich im 14. Jahrhundert angefügt worden. Da das Kirchenschiff nicht wesentlich breiter ist als der Chor und etwa die gleiche Höhe hat, ergibt sich ein geschlossener saalartiger Raum, der den Vorstellungen eines protestantischen Kirchenraumes sehr entgegenkommt. Der oberen Stockwerke des Turmes wurden 1694 wiedererrichtet nachdem auch sie im Verlaufe des großen Krieges zerstört worden waren.

Eine im Jahre 1651 von dem Greifswalder Glockengießer Petrus gegossene kleine Glocke konnte erst in 1695 geweiht werden. Sie leistete ihren Dienst bis zum Jahr 1917. Sie zersprang bei ihrer vom Stralsunder Regierungspräsidenten angeordneten Abnahme.

Das 1968 eingesetzte, farbige Glasfenster über dem Altar wurde geschaffen von dem Künstler Lothar Mannewitz (+ 2005). Es entspricht dem von ihm geschaffenen Kirchenfenster in Alt-Strelitz und stellt die Schöpfungsgeschichte („Lobpreis der Schöpfung“ Psalm 104) dar.

Das frühere, in einem neogotischen Aufbau eingefügte Altarbild hängt jetzt an der Nordwand des Chores. Es handelt sich um eine Kopie des Werkes eines niederländischen Meisters und stellt die Anbetung der Könige dar (Matt. 2, 1-12). Es soll früher in St. Nikolai, Greifswald gehangen haben und kam wohl bei der Renovierung in 1868 nach Neuenkirchen. Der neogotische Aufbau wurde im Zusammenhang mit einer grundlegenden Umgestaltung des Kirchenschiffes entfernt und durch einen schlichteren Altar ersetzt. Die Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege, die früher an der Chor-Nordwand hingen, wurden in die zu einer Mahnkapelle umgestaltete Sakristei verbracht.

Die mittelalterliche Ausmalung ist großem Umfange erhalten geblieben und wurde 1968 freigelegt. Zu beiden Seiten des Triumphbogens, in den Gewölbezwickeln des Kirchenschiffs sind figürliche Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben.
Es handelt um die Darstellung einer derben volkstümlichen Warnung vor der Trunksucht. Links ermuntern sich die Zecher gegenseitig: „Her mit dem Napf!“ und „Gib her zum Trinken!“ Die beiden Köpfe rechts dienen als Sprecher für die Warnung vor solchem Treiben: “Sieh Dich vor, das rate ich“ und „Gieß gut voll.“ „Ach Gott lebe wohl“ Geschrieben sind die Sprüche in der sogenannten Minuskelinschrift, wie man sie auch in den Stralsunder Kirchen findet.
Etwas unscharf, aber doch unschwer ist die Figur des St. Christopherus an der Nordwand des Kirchenschiffes zu erkennen.

Die Orgel wurde 1834 von J.Fr. Nerlich, Stralsund, gebaut und in den Jahren 1960/61 von Barnim Grüneberg in ihrem alten, romantischen Ton wiederhergestellt. Sie verfügt über 11 klingende Stimmen mit über 600 Pfeifen.

Die mittelalterlichen Grabplatten im Turmraum gelten dem Mönch Jacobus Volquim aus Greifswald (1378), Hermann von Wampen (1383) und Petrus Warschow (1402 Bruchstück). Das elektrische Geläut bestand in den Jahren von 1921 bis Ende August 2002 aus zwei Stahlgussglocken. Weil die beiden Klangkörper während ihres Dienstes große Schäden am Glockenstuhl und dem Fachwerk des Turmes hervorgerufen hatten, mussten sie per 01.09.2002 vom Pommerschen Glockenamt stillgelegt werden.

Seit dem 18. Juni 2005 stehen 3 neue Glocken im Chorraum. Eine von ihnen ist eine „Leih“Glocke, die im März 2005 als dort überzählig vom Geläut des Doms St. Nikolai übernommen wurde. Sie war 1727 in Hinterpommern gegossen worden und erhielt ihre Glockenweihe in dem Dorf Alt-Järswalde nahe Rügenwalde. Noch vor Ende des II. Weltkrieges wurde sie auf Regierungsbefehl dort abgehängt und auf den Glocken-friedhof nach Hamburg gebracht, wo schon weit mehr als 10.000 Schicksalsgefährten auf sie warteten. „Unsere“ Glocke wurde nicht zu Kriegszwecken eingeschmolzen, sondern kam alsbald nach Kriegsende nach Greifswald, wo sie bis in den März 2005 läutete. Zwei weitere Glocken konnten zu günstigem Preis von der Gießerei Bachert in Karlsruhe erworben werden.

In einem eindrucksvollen Gottesdienst (Pdgt. Sup. Tetzlaff) wurden die 3 Glocken am 7. Mai 2006 geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.